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Event - Colloquy organised jointly with the Council of Europe

 

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Council of Europe

 

Ein Netzwerk für die Demokratie:
die politischen Akademien

 

"Der Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern einer Demokratie liegt darin, dass in einer gesunden Demokratie alle Handelnden sich einig sind, dass ihr Hauptinteresse darin liegt, dafür zu sorgen, dass das ganze System funktioniert. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass wir in Südosteuropa ein Netzwerk von politischen Schulen brauchen."
Walter Schwimmer, Generalsekretär des Europarats 1999-2004

Südosteuropa braucht ein Netzwerk von politischen Akademien

Nach Jahren des Kriegs und der Auseinandersetzungen braucht Südosteuropa eine neue Generation von entscheidungsfähigen jungen Menschen, die für Demokratie, Toleranz und die Ideale Europas einstehen. Diesen Nachwuchs gilt es auszubilden. Mit Hilfe eines weiten Netzes von politischen Akademien, die sich den jeweiligen politischen, sprachlichen und kulturellen Gegebenheiten und Unterschieden anpassen, kann künftigen Führungskräften von demokratischen Einrichtungen eine entsprechend flexible und praktische Ausbildung zuteil werden. Um die Zusammenarbeit zu festigen, könnten sich die einzelnen Akademien (nationale Initiativen) innerhalb der Region dann miteinander vernetzen. Auf diese Weise ließen sich auch gutnachbarliche Beziehungen entwickeln.

Das Netzwerk

Aufgaben und Wirkungsbereich der politischen Akademien

Die Akademien sind Initiativen der Zivilgesellschaft mit dem Ziel, die Demokratie, die Menschenrechte, den Rechtsstaat und die europäischen Werte in den Übergangsstaaten Südosteuropas zu fördern.

Die politischen Akademien sollen den jungen Männern und Frauen aus Politik und anderen Bereichen der Entscheidungsfindung in den werdenden Demokratien die Möglichkeit bieten, sich in Demokratie zu üben und zwar auf allen Ebenen (Bund, Land und Gemeinde) und in allen Bereichen: Angesprochen sind vor allem junge Menschen, die in der Justiz, in den Medien, in der Privatwirtschaft, in der Politik oder in der Verwaltung tätig sind, sowie Verantwortliche von nichtstaatlichen Organisationen.

Die Arbeitsweise

Für das Netzwerk gelten folgende gemeinsame Ansatzpunkte: . einheitliche Lehrpläne
. Fachkräfte, die sich die Arbeit an den Akademien teilen;
. Austausch von Kursbesuchern und Fachleuten
. gemeinsame Sitzungen der Teilnehmer der verschiedenen Akademien;
. die europäische Dimension.

Die jeweilige Akademieleitung und ihre wichtigsten Partnerorganisationen treffen sich alljährlich, um das Arbeitsprogramm abzustimmen und so Synergien und Kosteneffizienz zu erreichen..

Das Konzept

Der Aufbau der Akademien

Die politischen akademien sind flexible "offene" Schulen. Sie bieten eine Reihe von einwöchigen Seminaren in einem gegebenen Land oder im Ausland an; die Abschluss-Seminare finden jeweils im Straßburger Europarat statt. In der Regel umfasst ein Einjahreszyklus drei bis vier Seminare. Nach Abschluss der Unterrichtsserie erhalten die Teilnehmer ein Diplom vom Generalsekretär des Europarats und von der zuständigen Akademieleitung.

Lehrkörper und Lehrstoff

Die Lehrpläne der Akademien decken alle Bereiche ab, die in einer funktionsfähigen pluralistischen, demokratischen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft von Bedeutung sind - Wahlkandidaturen, Kampf gegen die Korruption, Konfliktmanagement sowie der Ausbau unabhängiger pluralistischer Medien. Dabei stehen die praktischen Aspekte der Demokratieführung im Vordergrund. Zum Lehrkörper gehören Personen, die spezifischen Aufgaben in den lokalen, regionalen, nationalen und internationalen demokratischen Einrichtungen nachkommen, sowie Universitätslehrkräfte.

Lehrmethoden

Interaktive Sitzungen und Vorlesungen, bei denen die praktische Erfahrung unter jeweils unterschiedlichen kulturellen, institutionellen, politischen und juridischen Gegebenheiten im Vordergrund steht, anschließende Frage- und Antwortsitzungen, Podiumsgespräche, Rollenspiele, Studienbesuche und Leseempfehlungen sind Bestandteil der Arbeitsmethoden.

Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Der Großteil der Bewerbungen erfolgt schriftlich durch Einsendung des Lebenslaufs. Auch Kooption durch frühere Kursteilnehmer ist möglich. Die Leitung der Akademie trifft die endgültige Auswahl, in der Regel nach einer Unterredung.

Die Lehrkräfte und Conferenciers verteilen sich paritätisch auf In- und Ausland. Es sind ausnahmslos anerkannte Fachleute aus dem jeweiligen Kursfach. Ihre Ernennung erfolgt auf Empfehlung der Akademieleitung. Aktive Alumni-Verbände und das Internet ermöglichen einen ständigen Kontakt mit früheren Kursteilnehmern.

Die Zielgruppen

Die Zielgruppen

Auf der Teilnehmerliste findet man junge Menschen, die in der Politik (in Parlament, Landtag oder Gemeinderat), in der Justiz, in den Medien, oder in der Privatwirtschaft tätig sind, sowie aktive Partner der Zivilgesellschaft, die bereits am öffentlichen Leben teilnehmen und ihr Wissen und ihre Erfahrung erweitern möchten. Das Durchschnittsalter liegt unter 35 Jahren.

In vergangenen Kursen findet man Minister und Staatssekretäre, Verwaltungsvorstände, Vorsitzende von Parlamentsausschüssen sowie Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung des Europarats.

Das Lehrziel

Im praktischen Erfahrungsaustausch mit in- und ausländischen Fachleuten wird hier verantwortungsvolle Demokratiearbeit vermittelt.

Bestehende Akademien

Den Anfang machte die 1992 gegründete "Moskauer Schule für Politische Studien" mit ihren nationalen und regionalen Programmen. Im Jahre 2000 wurde eine Politische Akademie in Tbilissi errichtet. Sie führt Programme für Georgien und für die gesamte Kaukasusregion durch. Eine bulgarische Akademie für politische Studien nahm ihre Tätigkeit 2002 auf.

Das Management

Die Akademieleitung

Die Initiatoren (Einzelpersonen oder nichtsstaatliche Organisationen) sind für die Verwaltung der Akademien zuständig. Ihnen steht ein Vorstand zur Seite, der die wichtigsten nationalen und internationalen Partner der Akademie umfasst. Jede Akademie arbeitet mit drei bis fünf ständigen Mitarbeitern; für die Seminare wird dann jeweils weiteres Personal (auch für die Dolmetscherdienste) eingestellt.

Die Bewertung der Ergebnisse

Die Studentenschaft und die Lehrkräfte nehmen eine interne Bewertung der Aktivitäten der Akademie vor. Darüber hinaus wird die Arbeit der Akademie auch noch von außen durch die wichtigsten Partnerorganisationen beurteilt.

Kostenpunkt

Die Jahreskosten für eine solche Initiative belaufen sich auf ? 300.000 bis ? 500.000, je nach Umfang der Tätigkeit der Akademie, nach Anzahl und Ort der Seminare, nach Anzahl der Teilnehmer und nach den Kosten für Verwaltung und Simultanübersetzung. Die Teilnahme war bisher frei; die Schule stellt Material und Unterkunft während der Seminare bereit.

Die Finanzierung

Anfangs sind die Akademien weitgehend auf eine Außenfinanzierung (Regierungen, internationale Institutionen und Stiftungen) angewiesen: Die Akademien in Moskau und Tbilissi werden gemeinsam von der Europäischen Kommission und vom Europarat im Rahmen ihres gemeinsamen Programms finanziert. Die ausländischen Institutionen stellen kostenlos Fachleute bereit, organisieren Studienreisen und leisten zuweilen auch direkte finanzielle Unterstützung. Mittel- und längerfristig sollten dann nach und nach inländische Geldquellen die internationale Finanzierung ablösen.

Die Förderer

Geldgeber sind zur Zeit der Europarat, die Regierung Liechtensteins, das Europäische Demokratie- Forum und die Stiftung Propter Homines.
Tagesordnung 2002/2003

Die aktuelle Situation

Die Bulgarische Akademie für politische Studien bildet den ersten einsatzbereiten Ausgangspunkt für ein künftiges Netzwerk. Sie wurde im Frühjahr 2002 eröffnet, und ihr erstes Abschluss-Seminar findet im November 2002 in Straßburg statt.

Die möglichen Mitglieder des Netzwerks (lokale Initiativen und internationale Partner) werden Ende 2002 in Straßburg zusammenkommen. Der Europarat hat bereits mit potentiellen Partnern in Bosnien-Herzegowina, in der Bundesrepublik Jugoslawien und in Moldawien Kontakt aufgenommen und sucht nun Geldgeber für das Netzwerk der Akademien.

Die Rolle des Europarats

Der Europarat

Der Europarat sichert die europäische Dimension des Projekts und bildet eine Art politischer Dachorganisation für die Akademien; er sucht Geldgeber und stellt Dozenten zur Verfügung.
Er bietet den Akademien, sofern sie glaubwürdig und lebensfähig sind, seine politische Unterstützung an. Er stellt folgende Dienstleistungen bereit: . spezifische finanzielle Unterstützung für die Seminare, einschließlich des Abschluss-Seminars in Straßburg und der Ausstellung der Diplome;
. Vortragende und Studienberater für Seminare zu Europaratsthemen
. Unterstützung bei der Suche nach Geldgebern;
. Beratung bei der Ausarbeitung der Lehrpläne und bei der Einstellung von Dozenten;
. Bewertungskriterien für die einzelnen Aktivitäten.

Oktober 2002